Zum Inhalt springen
Daternus

Der Anamnesebogen ist schnell gemacht.
Der Nachweis ist das Schwere.

Eine Vorlage findet man in zehn Minuten. Zwei Jahre später zählt aber nicht, wie der Bogen aussah, sondern ob er vollständig ausgefüllt, unterschrieben, unverändert und auffindbar ist. Diese Seite erklärt, was hineingehört — und woran es auf Papier regelmäßig scheitert.

Aufbau

Sechs Blöcke, in dieser Reihenfolge.

Ein Anamnesebogen im Kosmetikstudio hat zwei Aufgaben: Er soll die Behandlung sicher machen und im Streitfall belegen, dass Sie sorgfältig gearbeitet haben. Beides gelingt nur, wenn er vollständig ist.

01

Stammdaten und Erreichbarkeit

Name, Geburtsdatum, Anschrift, Telefon und E-Mail. Das Geburtsdatum ist kein Höflichkeitsfeld: Es entscheidet darüber, ob überhaupt eingewilligt werden kann und ob Sorgeberechtigte hinzukommen müssen.

02

Allgemeiner Gesundheitszustand

Vorerkrankungen, Operationen, Infektionskrankheiten, Schwangerschaft und Stillzeit. Konkret gefragt und nicht als offenes Feld — „Sonstiges“ bleibt in neun von zehn Bögen leer.

03

Medikamente

Nach Wirkstoffen gefragt, nicht nach Kategorien. Gerinnungshemmer, Isotretinoin, Kortison, photosensibilisierende Präparate: Die wenigsten wissen, dass ihre Tablette in diese Gruppe fällt, wenn man nach der Gruppe fragt.

04

Allergien und Unverträglichkeiten

Pflaster, Latex, Nickel, Duftstoffe, Lokalanästhetika, Farbstoffe. Dazu die Frage nach früheren Reaktionen bei kosmetischen Behandlungen — sie fördert mehr zutage als jede Allergieliste.

05

Gegenanzeigen der konkreten Behandlung

Der Teil, den ein Sammelbogen nicht leisten kann. Beim Laser zählt die letzte Sonne, beim Peeling die häusliche Pflege, bei der Wimpernverlängerung das Auge. Jede Behandlung hat ihre eigene Liste.

06

Aufklärung, Einwilligung und Unterschrift

Risiken, Nebenwirkungen, Alternativen und die ausdrückliche Einwilligung — mit Datum, Uhrzeit und Unterschrift. Ohne diesen Teil ist die Anamnese eine Datensammlung ohne Rechtsgrundlage.

Der fünfte Block ist der, an dem Sammelbögen scheitern. Ein Formular, das für alle Behandlungen dieselben Fragen stellt, fragt beim Laser nicht nach der letzten Sonne und beim Peeling nicht nach dem Retinol vom Vorabend. Deshalb hat in Daternus jede Behandlung ihren eigenen Bogen — hier stehen sie im Einzelnen.

Warum die Vorlage nicht reicht

Das Formular war nie das Problem.

Fast jedes Studio dokumentiert. Schwierig wird es erst hinterher — und zwar an fünf Stellen, die mit dem Inhalt des Bogens nichts zu tun haben.

  • Lücken fallen erst hinterher auf

    Auf Papier lässt sich jede Frage überspringen. Bemerkt wird es beim Ablegen — wenn überhaupt. Auf dem Gerät kommt der Bogen nicht weiter, solange ein Pflichtfeld offen ist.

  • Die Unterschrift hängt an einem Blatt

    Wird der Bogen später ergänzt oder ein Blatt getauscht, ist der Unterschrift nicht anzusehen, worauf sie sich bezog. Digital gehört sie zu einem Dokumentstand, der sich nicht mehr ändern lässt.

  • Wiederfinden dauert

    Zwei Jahre später ist die Frage nicht, ob der Bogen existiert, sondern in welchem Ordner. Kommt die Anfrage von einer Anwältin oder der Aufsichtsbehörde, ist „vermutlich vorhanden“ keine brauchbare Antwort.

  • Fristen laufen niemandem von allein ab

    Nach zehn Jahren sollen die Unterlagen weg. Im Ordner passiert das nicht — dort liegen sie fünfzehn Jahre, und das ist kein Fleiß, sondern eine Aufbewahrung ohne Grundlage.

  • Ein Ordner ist auch nach DSGVO ein Datenbestand

    Gesundheitsdaten auf Papier sind nicht weniger geschützt als in einer Datenbank. Ein Ordner im Regal hinter dem Tresen erfüllt die Anforderungen an Zugriffsschutz in aller Regel nicht.

Mitarbeiterin sucht in einem Tisch voller ausgedruckter Anamnesebögen nach einem bestimmten Dokument.

Derselbe Bogen, digital

Vier Eigenschaften, die auf Papier nicht herstellbar sind.

Es geht nicht darum, dass Tippen schöner ist als Schreiben. Es geht um vier Eigenschaften des Dokuments, die sich mit einem Ausdruck schlicht nicht erzeugen lassen.

Vollständig

Pflichtfelder lassen sich nicht überspringen. Der Bogen geht nicht weiter, solange etwas fehlt — die Lücke entsteht gar nicht erst, statt später aufzufallen.

Unverändert

Nach der Unterschrift ist der Kundenteil gesperrt. Was die Behandlerin danach ergänzt, steht in ihrem eigenen Abschnitt mit eigenem Zeitstempel — nicht im Feld der Kundin.

Auffindbar

Ein Name im Suchfeld genügt. Kein Ordner, kein Jahrgang, kein Aktenschrank im Nebenraum — und keine Antwort, die von der Erinnerung einer Kollegin abhängt.

Befristet

Nach 10 Jahren läuft das Dokument automatisch ab. Niemand muss daran denken, und niemand bewahrt versehentlich Gesundheitsdaten auf, für die es keinen Grund mehr gibt.

Je Behandlung ein Bogen

Was Ihr Studio anbietet, entscheidet, was gefragt wird.

Die Bögen sind nicht Varianten eines Formulars, sondern eigene Fragebögen mit eigenen Gegenanzeigen und eigenen Pflichtfeldern im Behandlerteil.

Alle Bögen im Überblick

Häufige Fragen

Zum Anamnesebogen im Kosmetikstudio.

Die Fragen, die kommen, sobald das Thema vom Formular auf die Dokumentation umschlägt.

Gibt es den Anamnesebogen von Daternus als PDF zum Ausdrucken?

Nein, und das ist eine bewusste Entscheidung. Eine Vorlage zum Ausdrucken löst genau die drei Probleme nicht, wegen derer Studios uns ansprechen: die Lücken im ausgefüllten Bogen, die Unterschrift, die sich später keinem Stand mehr zuordnen lässt, und das Wiederfinden nach zwei Jahren.

Was Sie stattdessen bekommen, ist der fertige Bogen auf dem Gerät — und aus jedem ausgefüllten Bogen ein PDF im Layout Ihres Studios, das Sie ausdrucken oder der Kundin schicken können.

Muss die Anamnese bei jedem Termin neu erhoben werden?

Neu erhoben nicht, bestätigt schon. Zwischen zwei Terminen können ein neues Medikament, eine Schwangerschaft oder eine erste allergische Reaktion liegen — der Bogen vom letzten Jahr sagt darüber nichts.

In Daternus steht beim Folgetermin der letzte Bogen zum Bestätigen bereit: Die Kundin sieht ihre eigenen Angaben, ändert das Geänderte und unterschreibt erneut. Das dauert unter einer Minute und ergibt trotzdem einen vollwertigen neuen Nachweis mit eigenem Datum.

Dürfen wir Gesundheitsdaten überhaupt erheben?

Ja — sie sind für eine sichere Behandlung nötig, und die Kundin willigt ausdrücklich ein. Genau darauf kommt es an: Gesundheitsdaten nach Art. 9 DSGVO dürfen nur unter engen Bedingungen verarbeitet werden, und die ausdrückliche Einwilligung ist im Kosmetikstudio der übliche Weg.

Was daraus folgt, ist der Rest der Sorgfalt: nur erheben, was für die Behandlung gebraucht wird, sicher speichern, nach Ablauf löschen und auf Anfrage Auskunft geben können.

Wer haftet, wenn eine Kundin im Bogen etwas verschweigt?

Das lässt sich pauschal nicht beantworten — es kommt auf den Einzelfall an. Sicher ist die andere Seite: Wenn Sie nicht belegen können, dass Sie gefragt haben, hilft Ihnen auch nicht, dass die Kundin geschwiegen hat.

Ein vollständig ausgefüllter, unterschriebener und mit Zeitstempel abgelegter Bogen ist genau dieser Beleg. Das ist der praktische Wert der Dokumentation, unabhängig von jeder Haftungsfrage.

Können wir eigene Fragen ergänzen?

Ja. Die mitgelieferten Bögen sind ein Ausgangspunkt, kein festes Formular. Sie ergänzen Fragen, streichen, was für Ihr Studio nicht passt, und passen die Aufklärungstexte an Ihre Verhältnisse an. Verantwortlich für die Inhalte bleibt Ihr Studio.

Keine Rechtsberatung. Diese Seite beschreibt, wie Daternus Anamnese und Einwilligung technisch abbildet. Ob Ihre Bögen für Ihre Behandlungen und Ihr Bundesland ausreichen, kann nur jemand beurteilen, der beides kennt.

Den ersten Bogen gibt es in zehn Minuten.

Studio einrichten, Modul wählen, Bogen auf dem iPad öffnen. Kein Stichtag und kein Nachtragen — Daternus beginnt mit dem nächsten Termin. 14 Tage kostenfrei im Browser, ohne Zahlungsdaten.